Folge 19 - Unser neuer Feuerwehrkommandant

Shownotes

Seit dem 1. März ist Giuseppe „Pepe“ Cannas neuer Kommandant der Feuerwehr Waldshut-Tiengen – und gleichzeitig ein echtes Eigengewächs der Stadt. Bereits 1994 trat er der Jugendfeuerwehr bei, machte aus seiner Leidenschaft schließlich seinen Beruf und blickt heute auf eine beeindruckende Laufbahn zurück. In der aktuellen Folge von „WT – doppelt hört besser“ spricht Pepe Cannas darüber, warum er sich freut, wieder in seiner alten Heimat tätig zu sein, welche Erfahrungen ihn geprägt haben und welche Veränderungen er für die Feuerwehr Waldshut-Tiengen anstoßen möchte. Eine Folge über Verantwortung, Teamgeist und die Zukunft des Feuerwehrwesens.

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00:00:10: Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Folge unseres Podcasts WT Doppeltört besser.

00:00:16: Diese Folge hat sich ein Hörer gewünscht, deswegen gehen jetzt erst mal Grüße raus an Leon.

00:00:21: Toller Themenvorschlag!

00:00:23: Vielen Dank aber natürlich hätten wir den Gast, den wir heute hier haben sowieso auch eingeladen denn wir haben einen neuen Feuerwehrkommandanten.

00:00:32: Giuseppe Canas kam am ersten März zur Stadtverwaltung.

00:00:35: seit dem ersten April ist er offiziell im Amt.

00:00:38: Wir duzen uns und ich nenne ihn bei seinem Spitznamen, unter denen Ihnen sicher auch viele von euch kennen.

00:00:43: Nämlich Pepe.

00:00:45: Wie schön dass Du heute da bist!

00:00:46: Ja danke, dass ich da sein darf.

00:00:48: Wie

00:00:48: geht's Dir denn?

00:00:49: Gut... Heute ist ein recht ruhiger Tag.

00:00:52: Heute ist Girls' Day.

00:00:53: Wir haben einen Gäste im Haus, eine Praktikantin von dem ja alles schön.

00:00:57: Schön

00:00:58: das freut mich.

00:00:59: Pepe, was an deiner Biografie einfach super schön und auch spannend ist, dass du ja schon als Jugendlicher oder als Kind bei der Feuerwehr in Walzutingen tätig warst.

00:01:10: Kannst du dich ein paar Jahre später noch erinnern, was dich damals so begeistert hat?

00:01:15: Dass du gesagt hast, ich möchte zur Feuerwehr gehen.

00:01:18: Ja tatsächlich schon!

00:01:19: Das war... ... Wochenende, wobei den Wochentag weiß ich nicht.

00:01:28: Aber es war ein Wochenende.

00:01:29: Ich bin durch die Stadt gelaufen und hatte die Jugendfeuerwehr so Stände aufgebaut.

00:01:36: An einem konnte man mit einer Kübelspritze einen kleinen Pumpwasserschlauch ein Feuer ausmachen.

00:01:43: Es war ein simuliertes Häuschen.

00:01:46: Eine andere Station war mit einem Schlauch.

00:01:51: Da muss man Kegeln umwerfen.

00:01:54: Das waren so die zwei Dinge, an denen ich mich mal kannte erinnern.

00:01:57: Und das war der Startpunkt, wo ich gesagt habe, da würde ich gerne mitmachen und ausgehängt, Mittwochs war Probe immer bin ich mal hingegangen.

00:02:05: Da kam auch tatsächlich mehrere neue an diesem Tag, die auch von dieser Veranstaltung profitiert haben.

00:02:10: dann.

00:02:12: Ja und dann ging es los!

00:02:13: Das startete die ganze Feuerwehrkarriere für mich.

00:02:16: vom kleinen Bub, der Kegel umschmeißt mit dem Wasserstrahl bis hin zum Kommandanten einer großen Feuerwehr in der großen Kreisstadt Walzotingen liegen viele Jahre dazwischen.

00:02:28: Diese persönliche Verbindung die du hierher hast in die Heimat das ist ja sicher also vielleicht einen ausschlaggebender Punkt gewesen dass du gesagt hast, du interessierst dich für diese Stelle und wirst dich bewerben.

00:02:39: was war noch ein Thema was dich gereizt hat?

00:02:42: Und vielleicht verrätest den Zuhörende noch was du vorher gemacht hast.

00:02:46: Ja klar, also der Ausschlag im Punkt.

00:02:49: wie du schon sagtest.

00:02:50: ich bin hier geboren und aufgewachsen natürlich.

00:02:54: Bin in der Jugendfeuerwehr groß geworden.

00:02:56: auch meine Aktivzeit habe verschiedene Lehrgänge gemacht viele Leute kennengelernt Und einstehen natürlich Freundschaften die über meinen Weg gegangen.

00:03:05: Ich bin zu den Ausbildungen für die Berufsfeuerwärme gegangen.

00:03:11: Die Laufbahn bleiben natürlich bestehen.

00:03:14: Durch die familiäre Bindungen war ich ja auch öfter hier.

00:03:18: Und die Chance jetzt zu ergreifen, zu sagen Ich kann der Staat wieder was zurückgeben von dem, was ich gelernt habe und zwar in dem Wirkungskreis, in dem ich vorher tätig war ist für mich natürlich etwas Schönes.

00:03:29: Ich kann den Blick von außen mitbringen natürlich und hab aber auch die Chance wieder Veränderung zu machen.

00:03:37: Für mich persönlich ist es ein großer Zugewin, weil ich wieder relativ nah an der Basis arbeiten darf.

00:03:44: Man stellt sich ja den Beruf des Feuermanns, der geht Feuer löschen.

00:03:50: Wenn man die Laufbahnausbildung macht gerade in der höheren Laufbahn ist die Realität etwas anders.

00:03:56: So weg von der Straße mehr administrative Aufgaben dieser

00:04:01: Punkt?

00:04:01: Genau, genau.

00:04:01: Die habe ich jetzt natürlich auch noch oder das ist mein Kerngeschäft eigentlich.

00:04:06: aber ich bin trotzdem wieder sehr nah an der Basis und das ist natürlich ein ausschlaggebender Punkt gewesen.

00:04:10: auch zu sagen Ich komme wieder zurück nach Walzutin.

00:04:14: Du bist jetzt seit drei Monaten ungefähr da.

00:04:17: Natürlich hast du wahrscheinlich auch die Verbindung nicht ganz verloren, hast immer wieder Kontakte gehabt und wusstest ja ungefähr wie die Feuerwehr dasteht.

00:04:26: Jetzt mit den Erfahrungen der ersten Wochen... Wie steht sie denn da?

00:04:30: Also vielleicht im Vergleich zu anderen Feuerwehren, die du so kennengelernt hast.

00:04:34: Wie gut sind wir aufgestellt in dem Bereich?

00:04:36: Ich würde sagen gut bis sehr gut!

00:04:39: Also klar kämpfen wir alle mit den Problemen, die alle Feuerwehren zu kämpfen haben demografischer Wandel.

00:04:45: Die Personalverfügbarkeit, die knappen Kassen bei den Gemeinden für die Ausrüstung das aber deutschlandweit so also da stellen.

00:04:54: jetzt stehen wir nicht besonders schlechter.

00:04:57: was hier toll ist es natürlich der ausbildung.

00:05:00: stand ist sehr hoch.

00:05:01: da hat mein Vorgänger Peter Wolfen natürlich Pioniersarbeit geleistet in vielen Bereichen auch in der Ausstattung her.

00:05:08: Von dem ja, kann jeder Bürger hier beruhigt schlafen.

00:05:11: Das ist eine sehr gut aufgestellte Feuerwehr.

00:05:13: Super!

00:05:13: Schon mal ne ganz gute Botschaft zu Beginn.

00:05:18: Gerade aktuell läuft der sogenannte Feuerwehrbedarfsplan bzw die Planung für den Feuerwehr.

00:05:24: bedarf planen.

00:05:24: das sind immer so bürokratische Worthülsen unter denen man sich nicht so viel vorstellen kann.

00:05:29: vielleicht kannst du da uns mal mitnehmen.

00:05:31: also was bedeutet es denn?

00:05:34: Ja der Feuerwehr Bedarfplan stellt da wie viel Feuerwehr brauchen.

00:05:42: Ich hatte ja gerade angesprochen, wir haben ein paar Themen und Personalstrukturen ändern sich es werden andere gefahren oder neue Gefahren erkannt.

00:05:53: Thema Cyber Angriffe Stromausfälle solche Dinge die hat man früher nicht ganz so auf dem Schirm gehabt.

00:06:02: Heute sind sie Realität und deswegen wird auch der Brandschutz damit beauftragt, sich da Gedanken zu machen wie wir solche Lagen in den Griff bekämen.

00:06:14: Und deswegen hat sich das Aufgabenfeld etwas gewandelt und der Brand-Schutzbedarfsplan hilft uns dabei dann entsprechend eine leistungsfähige Feuerwehr aufzustellen die passenden Ressourcen dazu zu wählen die richtigen Standorte der Feuerwehrhäuser oder der Fahrzeuge zu definieren.

00:06:31: heißt Feuerwehr erlebt auch immer ein Wandel oder wird angepasst an neue Herausforderungen?

00:06:38: Ja, absolut.

00:06:39: Wenn man den Zeitstrahl sieht früher hat man noch mit der Eimer Kette gelöschen dann war es die Pferdekutschen heute sind große Autos und wirklich komplexe Technik.

00:06:49: Auch die Kommunikationssysteme haben sich geändert vom Funkwecker der über das Stromnetz betrieben wurde sprich Zirenalarmierung die der eine oder andere vielleicht heute noch kennt die auch noch im Einsatz sind für den Katastrophenschutz.

00:07:03: Bis hin eben zur stillen Alarmierung, also da wandelt sich ständig irgendwas.

00:07:08: Vielleicht in dem Komplex bevor wir ihn verlassen.

00:07:10: was so Struktur angeht mit deiner Berufung sozusagen als Kommandant hat sich auch innerhalb der Stadtverwaltung etwas geändert und zwar wurde die Feuerwehr als Organisationseinheit dem Rechts- und Ordnungsamt zugeschlagen.

00:07:22: heißt Ralf Albrecht ist jetzt sozusagen dein Chef.

00:07:26: Können wir das so sagen?

00:07:27: Das können wir so sagen, genau.

00:07:29: Aus Sicht der Stadtverwaltung ist das mein Schrift.

00:07:31: Warum ist dieser Schritt sinnvoll?

00:07:34: Ja ich habe es ja voll mal anklicken lassen.

00:07:36: die Kassen sind knapp zum einen aber auch die Personalverfügbarkeit wird immer schwerer und da ist es natürlich sinnvoll wenn man aneinander rückt ein Synergieeffekt der Versuch zu nutzen die man sowohl innerhalb der Stadt Verwaltung hat aber auch innerhalb der Feuerwehren.

00:07:54: Da werden wir auch mit dem Brandschutzbedarfplan zum Beispiel nicht nur auf die Stadt schauen, sondern was haben wir in der Umgebung und wie können wir miteinander arbeiten?

00:08:01: Weil ja die umliegenden Gemeinden dieselben Probleme haben.

00:08:05: Super zusammengefasst!

00:08:08: Feuerwerk von großen Städten ist immer ein Zusammenspiel zwischen Ehrenamtlichen.

00:08:14: Also, so wie Menschen wie du die eben in ihrer Freizeit ist zunächst gemacht haben als sie angefangen haben gibt es viele.

00:08:20: Aber auch in den großen Feuerwehren gibt's eben auch die hauptamtlichen Kräfte.

00:08:24: Wie erlebst du das Zusammenspiel hier?

00:08:26: Wie funktioniert das gut?

00:08:29: Ja wir haben jetzt ja nicht den klassischen hauptsamtlichen Anteil wie es die großen

00:08:35: Feuerwehr haben

00:08:36: oder auch die Feuerwehr mit hauptaumtlichen Einsatzkräften generell.

00:08:42: Die Zusammenarbeit zwischen den Hauptamtlichen, die wir haben und in Freilichen funktioniert gut.

00:08:47: Wenn die Rollen klar verteilt sind wenn die Kommunikation offen ist also jeder seinen Gedankengang öffnen kann.

00:08:55: Funktioniert das?

00:08:55: Und so nehme ich es jetzt in den ersten Monaten, ersten Wochen auch so wahr dass das hier funktionieren.

00:09:05: Das heißt ihr seid ein gutes Team, die ehrenamtlichen untereinander sowieso.

00:09:09: Ich glaube oder so erlebe ich, eben ein Thema ist, was ohne Teamgeist nicht funktioniert oder?

00:09:17: Also so.

00:09:17: Man geht zusammen raus und im schlimmsten Fall klar man gefährdet sein eigenes Leben.

00:09:23: Man weiß wie nach dem Einsatz auch da, was sind so Ideen die man als Kommandant mitbringt, wie man so einen Teamgeister noch stärker stärken kann?

00:09:36: Ja, also du hast ja richtig gesagt Teamgeist ist essentiell für die Feuerwehrarbeit.

00:09:41: Also das Vertrauen, Zuverlässigkeit sehr wichtig natürlich und eben auch die offene Kommunikation.

00:09:49: stärken kann man das natürlich durch kameradschaftliche Anlässe, durch Transparenz natürlich.

00:09:54: Du hast es angesprochen wir haben so ein bisschen Hauptamtlichkeit ja auch mit drin dass für die Ehrenamtlichen klar ist Was machen wir im Hauptamt?

00:10:04: Wir nehmen den ja nicht die Einsätze weg, sondern neben den Aufgaben weg, die ohnehin anfallen.

00:10:11: Aber mittlerweile bürokratisch recht aufwendig sind und auch manchmal spezielles Wissen erfordern.

00:10:17: Und wenn wir da Transparenzen auf beiden Seiten und die Rollen eben klar verteilen, dann gibt es nur formal diesen Unterschied.

00:10:27: ehrenamthauptamt.

00:10:28: Ja, schön!

00:10:30: demografischer Wandel.

00:10:31: Das Stichwort ist gefallen, auch das ist irgendwie so eine Phrase die natürlich präsentisch durch die Medien und so weiter.

00:10:38: aber es ist einfach eine Realität die euch ja auch trifft.

00:10:41: Stichworte Jugendfeuerwehr Nachwuchskräfte finden ausbilden und im besten Fall natürlich Karrieren wie die Deine als Vorbild sagen hier guck mal wenn du bei uns anfängst dann dass das ein Beruf den Du machen könntest.

00:10:54: Wie läuft's da auf dem Sektor bis zufrieden?

00:10:57: oder gibt´s da auch noch Möglichkeiten?

00:11:00: Naja, es ist immer zu wenig.

00:11:02: Wir können immer mehr gebrauchen.

00:11:03: auch da geht der Appell raus.

00:11:05: jeder der Lust jeder und jede natürlich die Lust haben mitzuwirken egal ob Jugendfeuerwehr aktiv sind immer gern eingeladen.

00:11:15: Auch hier will ich vielleicht an der Stelle da ich die Plattform habe nochmal allen Ausbildern der Jugendarbeit danken Weil das ja eine Zusatzleistung ist, die zu ihrem Einsatz dienst.

00:11:27: Das sind auch alles Ehrenamtliche da haben wir nicht einen im Hauptamt, die sehr viel Zeit investieren.

00:11:32: und du hast ja eingangs gesagt ich war ja auch in der Jugendfeuerwehr und ich habe es natürlich immer als selbstverständlich gesehen dass wir so viele Aktivitäten machen.

00:11:42: aus der heutigen Sicht weiß ich dass die Ausbilder und Jugendwarte und Betreuer sehr sehr viel zeit außerhalb der üblichen Zeit in der Feuerwehr investieren, um diese ganzen Aktivitäten zu planen und ermöglichen.

00:11:56: Ja

00:11:56: auf jeden Fall kann man nicht oft genug betonen.

00:11:59: Vielen Dank überhaupt auch an alle Einsatzkräfte.

00:12:01: mal dass das noch gemacht wird genau wenn wir angenommen wie unterhalten uns in zwei Jahren nochmal.

00:12:10: An woran würdest du vielleicht festmachen können, dass du so in deiner Rolle wirklich angekommen bist?

00:12:16: Ich würde jetzt sagen Wenn wir den Brandschutzbedarfplan erfolgreich umsetzen Wenn wir die Sicherheit verbessern, unsere Ausrüstung auf dem Stand der Technik halten oder auch verbessern und die Leute nach wie vor so viel Spaß haben wie jetzt.

00:12:34: Oder noch mehr dann glaube ich da bin ich wirklich angekommen.

00:12:37: super Ich werde es nachprüfen und ich würde dich aber natürlich auch gerne früher wieder einladen in dieses Format.

00:12:43: Pepe, vielen Dank dass du dir die Zeit auch dafür genommen hast.

00:12:46: Du hast sicher andere Aufgaben noch.

00:12:48: das war wirklich toll!

00:12:50: Ich hoffe euch hat die Folge auch gefallen und wenn ihr Hilfe braucht ihr wisst unsere Feuerwehr ist da Aber vielleicht auch da mal der ganz kurze Appell schon überlegen zu welchen einsetzen man euch ruft und wann vielleicht

00:13:03: Nicht.

00:13:03: Oder?

00:13:04: Ja, auf jeden Fall!

00:13:06: Vielen Dank, dass ich da sein durfte.

00:13:07: Sehr

00:13:07: gerne.

00:13:08: Also gut dann bis in zwei Wochen.

00:13:10: macht's gut.

00:13:11: Tschüss.

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